Altmarkt-Galerie Dresden, Café Kreutzkamm

- Ein Mieterportrait -


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Aus dem ehemals königlich-sächsischen Hoflieferanten hat sich eine Spezialitäten-Conditorei mit Versand in die ganze Welt entwickelt. 1825 in Dresden von Heinrich Jeremias Kreutzkamm gegründet, wird das Unternehmen heute bereits von der 5. Familiengeneration geführt.

Im Dresdner Anzeiger nahm die Geschichte Ende 1825 mit Anzeigen ihren Anfang: „Besonders feine französische Bonbons und alle Arten von Schweizergebäck zu den möglichst billigen Preisen“ wurden da angepriesen. Dem „hohen Adel und hochzuverehrenden Publikum“ wurde „geschmackvolles Confekt, welches sich vorzüglich zu Verzierungen der Christbäume eignet“, empfohlen.

Es war aber sicherlich kein einfacher Start und so dauerte es knappe 50 Jahre, bis die Konditoreiwaren in Dresden stadtbekannt waren und 1873 die prestigeträchtige Ernennung zum königlichen Hoflieferanten erfolgte. Wenig später zog das Unternehmen in seinen neuen Stammsitz am Dresdner Altmarkt. Hier wurden mit viel Geduld und großem Geschick viele Spezialitäten hergestellt, deren Herstellung heute nicht mehr zu bezahlen wäre.

Besonders viel Ehrgeiz wurde für die Qualität der Christstollen aufgewendet. Zunächst nur in Dresden bekannt und beliebt, wurde er zunächst innerhalb Deutschlands und dann Ende des 19. Jahrhunderts sogar ins Ausland verschickt. Sendungen in die tropischen Länder und in die USA wurden von einem Klempnermeister eigens in Blechkisten eingelötet.


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Der Erste Weltkrieg stellte die Conditorei vor große Probleme, u. a. auch durch den Mangel an Fachkräften und den akuten Rohstoffmangel. Trotzdem konnte man 1925 mit vielen Ehrungen das 100-jährige Geschäftsjubiläum feiern. Der Zweite Weltkrieg endete 1945 für die Familie Kreutzkamm mit der Zerstörung nahezu des gesamten Besitzes, hierbei war man besonders hart von der Bombardierung Dresdens betroffen.

Nach dem Krieg war eine Rückkehr ins besetzte Dresden nicht denkbar, 1950 startete die Produktion aber endlich wieder, nun in München. Schnell konnte man sich auch hier etablieren, schon bald produzierte man neben den alten Stammprodukten auch Käsestangen für das Hofbräuhaus und belieferte das Oktoberfest. Die Zeichen standen auf Wachstum und vor den Toren der Stadt wurden neue Produktionsräume eröffnet.

Der Fall der Mauer im Herbst 1989 stellte die Conditorei Kreutzkamm vor eine völlig unerwartete neue Situation. Schnell war klar, dass man die Familientradition in der alten Heimat fortsetzen möchte. Ganz in der Nähe des alten Stammsitzes konnte man einen geeigneten Laden finden, nach umfangreichen Umbauten wurde bereits 1991 eröffnet. Ein Familienmitglied kümmerte sich nun auch wieder vor Ort um die Geschäfte und die vielen Kunden und Gäste aus Sachsen und der ganzen Welt.


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Das Sortiment umfasst heute rund 800 Artikel, die u.a. an Kaufhäuser wie das KaDeWe in Berlin oder Harrods in London geliefert werden. Im Frühjahr 2011 eröffnete in der Altmarkt-Galerie Dresden ein ganz besonderes Café: Es soll an die Anfangstage erinnern und ist mit viel Liebe zum Detail historisch gestaltet und in die Erweiterung des Shoppingcenters integriert worden. Hier erwartet die Besucher auch eine kleine Sammlung von Gegenständen aus den Anfangsjahren.

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