Ökonomie meets Ökologie

Ökologisches und ökonomisches Denken schließen sich nicht aus

Drei Fragen an Heiko Wasser, Technical Manager im Phoenix-Center, Harburg, verantwortlich für die Umsetzung des ECOOnline-Pilotprojekts mit dem er gezeigt hat, dass man mit Umweltbewusstsein auch Geld sparen kann.

Sie haben im Phoenix-Center in dem Zeitraum 2009 bis 2010 Energiekosten in Höhe von 126.000 Euro eingespart. Wie ist Ihnen das in einem Bestandsobjekt gelungen?
Wir haben als Pilotprojekt für die ECE das System ECO -Online von Vattenfall eingesetzt. Das System erlaubt es uns, alle 15 Minuten am PC den Energieverbrauch zu kontrollieren (siehe Grafik). Wir haben also die Leistungskurven genutzt, um festzustellen, wann welche Anstiege festzustellen sind. Anschließend haben wir diese mit unseren Verbrauchern und dem Bedarf abgeglichen.

Welche Besonderheiten sind dabei aufgefallen?


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Zunächst waren wir erstaunt darüber, dass bestimmte Anlagenteile in der Nacht noch liefen, obwohl sie komplett abgeschaltet sein sollten. Zudem sind einige Anlagenteile auch an Sonntagen automatisch angefahren, obwohl dieses so nicht geplant war und sie auch nicht benötigt wurden. Den Erfolg kann man nun sehr gut in den Nachttarifen erkennen, da wir hier die Verbräuche nach und nach immer weiter heruntergefahren haben. Außerdem haben wir uns die Lastkurven unserer Kälteanlagen angeschaut. Hier haben wir erkannt, dass die Automatik zunächst die vermeintlich „günstigere” Anlage bzw. Variante wählte. Wenn man hier im Vorwege unter bestimmten Voraussetzungen die Automatik jedoch auslässt und per Hand den Turbo von Anfang an nutzt, sparen wir am Ende des Tages Energie, weil die Last sich gleichmäßiger verteilt und die Kälteausbeute spürbar besser genutzt wird. Es gibt dann in beiden Fällen keine Spitzen. Dieses konnten wir nur durch sehr genaue Beobachtung und Probieren feststellen und dann auch entsprechend optimieren.

Welche Maßnahmen konnten zudem umgesetzt werden?

Wir haben einen ganzen Maßnahmenkatalog umgesetzt. Dazu gehören u. a.: die Umstellung der Nebengangsbeleuchtung auf Bewegungsmelder und die Optimierung von Teilbereichen der Beleuchtung. Wir haben hinterfragt, wann die jeweiligen Beleuchtungen tatsächlich genutzt werden, und insbesondere in den Nebengängen die Beleuchtung verstärkt dem Bedarf angepasst. Auch die Beleuchtungsszenen wurden nochmals hinterfragt und auch hier konnten wir weiter optimieren, u. a. bei der Putzbeleuchtung oder den Anfahrtsrampen und ähnliche Bereiche. Zudem haben wir unsere Leuchtmittel optimiert, z. B. Brunnenbeleuchtung von 70W Halogen auf 3,9 W LED.

Das Interview führte Maria Hill, Head of Sustainability, ECE Projektmanagement

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