Privatanleger im Fokus

Ein Artikel von Kristin Köhler, M.A.

Privatanleger zeichnen sich durch ein langfristiges Interesse am Unternehmen aus und können auch in Krisenzeiten Stabilität vermitteln. Eine gezielte Kommunikation, die sich an den spezifischen Anforderungen und Informationswünschen orientiert, kann wesentlich zum Beziehungsaufbau beitragen. Die Ergebnisse der Anlegerstudie 2012 zeigen eindrucksvoll, dass die Informationen vom Unternehmen hohes Vertrauen genießen und nachgefragt werden.

Welche Anforderungen haben Privatanleger an Aktiengesellschaften? Wie und mit welchen Informationen möchten Sie versorgt werden? Wo liegen Defizite in der Finanzkommunikation bei den Unternehmen? Diesen Fragen ist die Universität Leipzig, Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, gemeinsam mit der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW), der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. (SdK) und der Deutsche EuroShop AG nachgegangen. Mehr als 500 Privatanleger wurden in einer Online-Erhebung zu ihrem Informationsverhalten und ihren Informationsanforderungen befragt. Die Ergebnisse der Anlegerstudie 2012 zeigen Perspektiven für die Kommunikation mit dieser wichtigen Zielgruppe auf.


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Privatanleger informieren sich sowohl offline als auch online. Beide Kanäle müssen von Unternehmen bedient werden, um die Informationsanforderungen von Privatanlegern zu erfüllen. Die IR-Webseite ist dabei die erste Anlaufstelle im Internet. Auf dieser werden sowohl Präsentationen als auch Live-Events (Telefonkonferenzen, Webcasts, Online-Hauptversammlung) und Audio- und Videoformate erwartet. Der Online-Geschäftsbericht erfährt zudem ein hohes Interesse. Social Media sind vor allem bei der Kommunikation mit jüngeren Anlegern unter 40 Jahren relevant und werden für die Informationsbeschaffung zu ihren Anlagen und Finanzthemen genutzt. Dabei spielen Anlegerforen, Online-Wissensportale und Blogs aktuell die größte Rolle. Es zeigt sich jedoch, dass die Nutzer dieser Anwendungen nicht auf einen Kanal fokussiert sind, sondern Social Media in der Breite nutzen. Präsentationen im Internet werden zudem sehr häufig nachgefragt. Diese können sich sowohl auf der IR-Webseite als auch auf Plattformen wie SlideShare befinden.

Die Autorin

Kristin Köhler, M.A., ist Projektleiterin der Akademischen Gesellschaft für Unternehmensführung und Kommunikation sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Sie forscht zum Thema Investor Relations und Finanzkommunikation.

Kontakt: kristin.koehler@uni-leipzig.de

Die Universität Leipzig

Die Universität Leipzig, Nr. 1 im Ranking der Studiengängefür Kommunikationsmanagement / PR in Deutschland, gilt als einer der führenden Forschungsstandorte für strategische Kommunikation in Europa. Die Forschungsleistung der Abteilung kommt in über 70 deutsch- und englischsprachigen Büchern, über 300 Fachbeiträgen und zahlreichen Studien zum Ausdruck, die Impulse for Forschung und Wissenstransfer geben.
Kontakt: www.communicationmanagement.de

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